Erkrankungen
Verletzungen sind die häufigsten Erkrankungen der Weichteile. Sie können als stumpfe oder spitze Traumata von außen, durch die Zähne selbst oder durch Fremdkörper, hierzu gehört auch das Trensengebiss, verursacht werden.

Neoplasien kommen beim Pferd selten vor, im eigenen Patientenaufkommen von über 8.000 Pferden nicht mehr als 80 Mal. Über die Hälfte dieser Tumore waren Melanome. Die Neoplasien der Maulhöhle des Pferdes werden üblicherweise unterteilt in osteogene Tumore (Osteodarkom), odontogene Tumore (Osteosarkom, Odontotom), Tumore der Weichteile (z.B. Plattenepithelkarzinom) und andere orale Zubildungen (Melanom, Fibrosarkom). Die oft genannten Zementome im Schneidezahnbereich werden durch das EOTRH besser beschrieben und sind daher dieser Erkrankung zuzuordnen.

Bei EOTRH (Englisch: Equine odontoclastic tooth resorption and hypercementosis) handelt es sich um eine noch selten beschriebene, schmerzhafte Störung um Schneidezahnbereich, die unterschiedliche Formen von Periodontitis mit resorptiven oder schweren Veränderungen der verknöcherten Zahnstruktur hervorruft. Es ist noch immer unklar, welche Ursache diese pathologischen Veränderungen im Wurzelbereich haben. Grundsätzlich führt die Problematik zu funktionellen Einschränkungen, besonders dann, wenn nur einzelne Zähne im Schneidezahnbereich betroffen sind und es demzufolge zu mangelhaften Abrasionen kommt. Insgesamt ist ein sich im Wurzelbereich stark aufbauender Druck verantwortlich dafür, dass jeder dieser Zähne im Laufe der Zeit gezogen werden muss. Eine rechtzeitige Schneidezahnanpassung im Sinne einer vollständigen Entlastung der erkrankten Zähne hat sich als sinnvoll erwiesen. Sie dient zum einen dazu, den Entwicklungsprozess zu verlangsamen, kann aber auch eine Lösung des Problems darstellen. Die am häufigsten betroffenen Rassen sind Fjordpferde und Isländer, allerdings kommt die Erkrankung auch bei anderen Rassen vor.