Innovationsassistentin – EEG (Elektroenzephalographie)

 

Durch eine kontinuierlich verbesserte medizinische Betreuung, eine artgerechte Haltung sowie eine ausgewogene Ernährung erreicht eine Vielzahl von Pferden mittlerweile ein Alter von weit über 20 Jahren. Zwangsläufig ergeben sich daraus auch Altersbeschwerden, die den Bewegungsapparat, das Kreislauf- und Hormonsystem und auch das Zentrale Nervensystem betreffen.

Ein Gefäßverschluss oder eine Blutung im Gehirn des Pferdes können beispielsweise zu einer einseitigen Sehstörung, Bewusstseinstrübung, motorischen Einschränkungen und vielem mehr führen. Oftmals wird diesen Symptomen nicht weiter auf den Grund gegangen, denn die Erfahrung mit dieser Art von Notfällen ist sehr eingeschränkt.

Durch den Einsatz eines EEG können die medizinischen Prozesse der Gehirnaktivität am Pferd effektiv und optimal untersucht werden. Hinweise auf eine Hirnentzündung (Enzephalitis), erhöhten Hirndruck, erhöhte Aktivität der Großhirnrinde (Epilepsie) oder augefallene Hirnareale können diagnostiziert und degenerative Prozesse können durch eine genauere Therapie besser behandelt werden.
Bisher wurden die Patienten der Computertomografie (CT) oder der Kernspintomografie bzw. Magnetresonanztomografie (MRT) ausgesetzt, um eine Gehirnschädigung zu diagnostizieren. Diese Untersuchungsmöglichkeiten sind ausschließlich stationär in Kliniken vorhanden. Die Tiere dürfen sich während der Untersuchung nicht bewegen und werden entweder mit einem starken Beruhigungsmittel behandelt oder in Narkose versetzt. Zudem sind die Kosten für den Besitzer sehr hoch, der Aufwand für das Klinikpersonal groß. Außerdem gibt es kaum Kliniken, die ein Kopf-CT oder MRT (anders als ein Bein-CT oder MRT) beim Pferd durchführen können.

Die Anwendung eines geeigneten mobilen EEG-Verfahrens könnte zukünftig das Krankheitsbild ausreichend definieren und ermöglichen, in Verbindung mit den gezeigten Symptomen eine medizinisch korrekte Diagnose zu erstellen. Zudem wird der Streßfaktor für das Pferd minimiert, da die Untersuchung in seiner gewohnten Umgebung stattfinden kann.
Der mobile Einsatz reduziert die Verwendung großer ortsgebundener Medizintechnik erheblich und gibt jedem Pferdebesitzer die Möglichkeit, diese Form der Diagnostik für sein Tier zu nutzen und damit die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen.

In diesem Projekt erweitert die ProSAANI GmbH unter der Leitung von Martin Grell ihre Möglichkeiten für die Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des Zentralen Nervensystemes von Pferden. Unsere Kollegin Lena Bollinger forscht derzeit an der Entwicklung eines reproduzierbarem, mobilen Verfahren.
Die Forschung an einem mobilen EEG-Verfahren wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg gefördert.

 

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